Die Social-Media-Giganten stehen in der Kritik, ihre Bemühungen zur Bekämpfung falscher und irreführender Informationen im Internet zu reduzieren. YouTube, das Google gehört, hat kürzlich sein kleines Team von Experten für Richtlinien reduziert, das für den Umgang mit Fehlinformationen zuständig ist, und nur noch eine Person weltweit ist für die Fehlinformationspolitik verantwortlich. Auch andere soziale Medienplattformen wie Twitter und Meta, das Facebook, Instagram und WhatsApp besitzt, haben das Personal in den Teams zur Bekämpfung von Desinformation reduziert. Der Trend bedroht viele der Sicherheitsvorkehrungen, die die sozialen Medienplattformen in den letzten Jahren zur Verbannung oder Eindämmung von Fehlinformationen eingerichtet haben.
Trotz der Reduzierung der Bemühungen geben die Unternehmen an, dass sie weiterhin gewissenhaft vorgehen. Kritiker befürchten jedoch, dass die sozialen Medienunternehmen den Gewinn über das öffentliche Wohl stellen. Die Folgen des Nachlassens im Kampf gegen Fehlinformationen haben sich bei Twitter gezeigt, wo ein Anstieg antisemitischer Inhalte berichtet wurde, als Elon Musk das Unternehmen übernahm. Das Moderieren von beleidigendem Inhalt blieb für die Lebensfähigkeit der Plattformen unabhängig von wirtschaftlichen Überlegungen wichtig.
Die sozialen Medienplattformen sind laut Forschern von Media Matters inkonsistent bei der Durchsetzung ihrer Richtlinien. YouTube hat beispielsweise sechs Videos entfernt, die von Media Matters wegen Verstoßes gegen die Richtlinien beanstandet wurden, aber die meisten der über zwei Dutzend von Media Matters beanstandeten Videos haben die Regeln der Plattform nicht gebrochen.
Die Lockerung des Kampfes gegen Fehlinformationen kommt zu einer Zeit, in der das Problem der Fehlinformationen hartnäckig bleibt, da eine Vielzahl von Alternativseiten um Nutzer konkurriert. Die Reduzierung der Bemühungen der Unternehmen zur Bekämpfung von Desinformationen bedroht das Vertrauen im Internet weiter und lässt Experten, die das Problem verfolgen, befürchten, dass der Krieg gegen Fehlinformationen verloren ist.